Prepared for the worst
background



Zeit?

Ich höre ständig, dass zuerst das Abnehmen da war. Und dann erst das Hungern, die Gedanken. Aber bei mir waren zuerst die Gedanken da.
Meine erste richtige Diät habe ich vor ziehmlich genau 2 Jahren gemacht. Aber das alles hat schon viel früher angefangen. Ich weiß noch, wie ich das erste Mal diesen Gedanken hatte, dass ich nichts essen werde, damit ich abnehme. Wir hatten damals eine Woche schulfrei und ich noch nicht mal, was Kalorien sind. Ich wusste nur, dass man vom Essen zunimmt. Das war vor fast 10 Jahren.
Es geht gar nicht nur ums Abnehmen. Es geht um diese ganzen Gedanken, die ich einfach nicht denken will. Und mit nicht-essen kann man die ganz super abstellen. Es ist nur leider eine Medizin mit unglaublich vielen Nebenwirkungen. Deswegen würde ich sie auch nicht weiterempfehlen.
Und dann ist da wieder mein Körper. Oh. Mein. Gott. Ich halte das überhaupt nicht aus.
Schmerzen schalten den Kopf super ab. Entweder durchs Hungern, weil man da schon recht schnell durch den leeren Magen Bauchschmerzen kriegt. Und irgendwann spürt man seinen Kopf auch gar nicht mehr, seine Gedanken, da oben ist es einfach leer. Angenehm leer. Oder man frisst. So viel, dass man nur noch daliegen, weinen und hoffen kann, dass die Schmerzen bald aufhören.

Ich will das eigentlich gar nicht mehr. Aber wenn bei diesem Deal schon meine Psyche drauf geht, dann sollte wenigstens mein Körper gut dabei aussteigen. Außerhalb.
Und deswegen wird das alles wieder aufgeschoben. Aber was soll ich auch tun? Ich komm grad aus der Psychiatrie. Depressionen geheilt. Und jetzt? Ich wiege weder so wenig, noch so viel, dass sich irgendjemand Sorgen macht, geschweige denn überhaupt Gedanken drüber. Ich will mich bloß irgendwo verkriechen und weil sie mich nicht mehr lassen, verkriech ich mich in meinem Kopf und verschwanze mich mit leeren Wolken aus hungernden Tagen. Denn die schützen super, wie mir die Erfahrung sagt.
28.11.11 04:24


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bauchschmerzen

endlich. und es war so furchtbar einfach. ja, es macht mir wirklich angst. kann ich mir das im moment leisten? natürlich.
eigentlich nicht. aber ich will es so.
nein, will ich nicht.

ich weiß nicht, was los ist. ich möchte mich verkriechen, verstecken, eine weile nur für mich sein. endlich. einfach nur ich. und sonst niemand. aber das geht nicht. denn die zeit bleibt nicht stehen und niemand wartet auf mich.
13.11.11 21:49


noch am leben?

ja. und ich kann es kaum glauben. obwohl alles eigentlich gut ist. eigentlich. aber eigentlich ist alles ja auch ziemlich scheiße. ein halbes jahr klinik und alles war gut. für ne weile. und jetzt? an manchen tagen ist es immer noch gut. an manchen gar nicht mehr.
ich hab irgendwie meine jugend verpasst. so fühlt es sich an. ich bin 21. ich werde niemals mit meinen freundinnen schule schwänzen und saufen gehen. hab ich auch nie. aber ich sehe, wie es andere machen. mit 15 oder 16. und was hab ich damals gemacht? gehungert. oder so.
das tut weh. es fühlt sich an, als wäre mein leben schon vorbei.
wenn es mir gut geht, dann ist das toll. punkt. wenn es mir schlecht geht, dann ist das so viel mehr. was spüre ich denn, wenn es mir gut geht? freude? glück? was ist das schon, gegen schmerz, trauer, wut, verzweiflung, angst, chaos? das ist gar nichts.
meine pseudo-ausbildung ist zu ende. jetzt gehts ans arbeiten. aber waswannwiewo? nein, ich wäre lieber noch ein bisschen krank. das ist einfacher. denn das hab ich in der hand. wenn ich will, dass es mir schlecht geht, dann geht es mir schlecht. aber wenn ich will, dass es mir gut geht, dann geht es mir nicht immer gut. no risk no fun? exactly. aber das risiko an der grenze zum untergang zu stehen finde ich um einiges verlockender. es zerstört mich und es macht mich nicht glücklich. aber ich kenne es eben. ich kann mich drauf verlassen. wenn ich die welt nicht aushalte, dann dauert es nicht mal einen tag, bis ich sie ausblenden kann. ich esse einfach nicht. und meine gedanken werden anders, ganz anders. das echte ist nicht mehr wichtig, es gibt nur mehr meine realität. aber versuch mal das hungern vor der vernunft zu rechtfertigen. das funktioniert nicht, nicht wenn man ehrlich ist. deswegen lüg ich mich lieber an und erlaube mir nicht zu essen.
vielleicht bin ich einfach noch nicht so weit, noch nicht bereit fürs echte leben. aber wie lange soll ich denn noch warten? ich bin 21. irgendwann reicht es. doch wie soll ich es schaffen, wenn ich es nicht schaffen kann? und das soll ich stattdessen tun? es probieren, scheitern und schmerzen spüren, die ich nicht wollte? oder lieber gleich bei dem schmerz bleiben, den ich kenne, seit jahren?
ja, lieber vernunft, ich weiß was du mir sagen willst. nur manchmal kann ich dich nicht so gut verstehen. glaube ich.

13.11.11 02:19


zugeschnürt

erster tag. hab beim mittagessen in der klinik irgendwie kaum was runtergebracht. mein hals war irgendwie so eng, wie zugeschnürt. und geschmeckt hat es auch nicht wirklich. ich hatte angst. die ersten stunden wollte ich nur weinen und weg von dort. klinik ist nichts für menschen mit angst. das ganze leben ist nichts für menschen mit angst.
11.1.11 15:42


neuanfang?

"lache niemanden aus der einen schritt zurück geht, er könnte anlauf nehmen" ist die klinik dieser schritt zurück? oder muss ich mich erst wieder schön finden, um all das hinter mir zu lassen? nur.. hab ich mich jemal schön gefunden? ich weiß es nicht.. ich wüsste so gerne wieder, dass ich attraktiv bin, dass ich die männer verzaubern kann. früher war das so.. aber lag das wirklich nur an meinem gewicht? dabei habe ich mich nie dünn gefühlt, ich fand immer ich sei zu dick. aber ich glaube das war wirklich auch ein grund. und weil ich meine das zu wissen, kann ich es nicht ignorieren. aber vll muss ich ja gar nicht mehr abnehmen. vll ist wirklich bloß die klinik dieser schritt zurück, vll kann ich das alles hinter mir lassen, auch ohne abzunehmen. vll kann ich es. ich erlaub es mir bloß nicht.
9.1.11 09:45


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